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Da künstliche Intelligenz (KI) zunehmend die Einzelhandelslandschaft beeinflusst, passen große US-Händler ihre Online-Präsenz an, um besser mit KI-gesteuerten Einkaufstools zu interagieren. Traditionell basierte das Marketing in der Ferienzeit stark auf bezahlten Anzeigen auf Plattformen wie Google und Meta, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher zu gewinnen. Der Aufstieg von KI-Chatbots wie OpenAIs ChatGPT und Googles Gemini verändert jedoch, wie Verbraucher Produkte online entdecken und kaufen. Diese Chatbots bieten Funktionen wie detaillierte Produktbeschreibungen, Preisvergleiche und ermöglichen sogar direkte Käufe innerhalb großer Sprachmodelle, wodurch sie ein integraler Bestandteil des Weihnachtseinkaufserlebnisses werden.\n\nDer Großteil der prognostizierten 253 Milliarden US-Dollar an Online-Verkäufen in den USA während der Ferienzeit wird weiterhin durch direkte Website-Besuche oder traditionelle Suchmaschinen generiert. Dennoch erkennen Händler die wachsende Bedeutung von KI-Agenten, die eine neue Grenze für Sichtbarkeit und Verbraucherinteraktion darstellen. Unternehmen investieren nun in einem beispiellosen Umfang in die Content-Produktion. Brian Stempeck, CEO von Evertune.ai, einer Plattform, die Unternehmen dabei hilft, ihre Inhalte für die KI-Auffindbarkeit zu optimieren, betonte, dass einige Marken ihre Produktion von wenigen Blogbeiträgen pro Monat auf Hunderte gesteigert haben. Sein Unternehmen berechnet Kunden, darunter Bekleidungs- und Schuhmarken, etwa 3.000 US-Dollar monatlich, um ihnen zu helfen, für KI-Scraper, die Daten für große Sprachmodelle sammeln, sichtbarer zu werden.\n\nDa KI-Chatbots derzeit keine traditionellen Werbeplatzierungen unterstützen, erkunden Händler alternative Strategien, um ihre Chancen zu verbessern, von diesen KI-Tools empfohlen zu werden. Dazu gehören häufige Beiträge in Markenblogs und die Teilnahme an Community-Plattformen wie Reddit. Einige große Händler haben sogar Websites entwickelt, die ausschließlich für KI-Scraper bestimmt sind – Tools, die Produktinformationen sammeln, um Plattformen wie ChatGPT und Gemini zu versorgen – ohne unbedingt direkte menschliche Besucher anzusprechen. Dieser Ansatz ist ein Versuch, während der geschäftigen Weihnachtseinkaufssaison einen Platz in KI-generierten Antworten und Geschenkempfehlungen zu sichern.\n\nTrotz dieser Bemühungen bleibt der durch generative KI erzeugte Traffic ein kleiner Bruchteil der Gesamtbesuche. Daten von Sensor Tower zeigen, dass im Oktober Verweise von ChatGPT auf große Seiten wie Amazon, Walmart und eBay weniger als 1 % ihres Gesamtverkehrs ausmachten. Dennoch stellen Händler fest, dass Verbraucher, die über KI-Agenten kommen, tendenziell eine höhere Kaufabsicht zeigen. Zum Beispiel bestätigte eBay, dass Käufer, die über KI-Plattformen weitergeleitet wurden, eine starke Kaufabsicht zeigten, während Walmart sich zu diesem Trend öffentlich nicht geäußert hat.\n\nHändler nutzen auch Social-Media-Influencer, um die KI-gesteuerte Entdeckung zu verbessern. Brooklinen, ein Bettwäscheunternehmen, engagiert Influencer, die seine Produkte auf YouTube, TikTok und Facebook besprechen. Die in diesen Beiträgen erzeugten Audio- und Textinhalte werden von KI-Scrapern erfasst, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Produkte in Chatbot-Empfehlungen erwähnt werden. Darüber hinaus hat Brooklinen seine 199-Dollar-Steppdecke für renommierte Auszeichnungen wie den Wirecutter der New York Times eingereicht, um die Sichtbarkeit in KI-generierten Geschenkempfehlungen zu verbessern.\n\nDie Nutzung von KI-Einkaufstools ist derzeit bei jüngeren Verbrauchern, insbesondere der Generation Z, die die begeistertesten Nutzer von Chatbots wie ChatGPT sind, weiter verbreitet. Aufgrund der relativ begrenzten Kaufkraft dieser demografischen Gruppe bleibt der Traffic aus agentenbasierten KI-Quellen jedoch vorerst bescheiden. In anderen Beispielen investiert das in Miami ansässige Haarpflegeunternehmen R+Co in gezielte Werbung auf Amazons Sprachassistent Alexa, basierend auf Erkenntnissen seines eigenen KI-Agenten Rufus. Dies zeigt eine zunehmende Raffinesse bei der Nutzung von KI-generierten Verbraucherdaten für das Marketing.\n\nTechnologisch erweitert Google die KI-Funktionen in seinem Einkaufssystem. Sein KI-Modus und der Gemini-Chatbot integrieren mehrere Faktoren wie Standort des Geschäfts und Händlerreputation, wenn sie Nutzer führen, was die Qualität der Einkaufsempfehlungen verbessert. Google testet derzeit KI-basierte Anzeigen in seinem Shopping-KI-Modus in den USA, die es bestehenden Kampagnen ermöglichen, in dieser Umgebung zu erscheinen. Ebenso hat OpenAI neue Einkaufsfunktionen in ChatGPT eingeführt, um Nutzern bei Produktvergleichen und der Suche nach ähnlichen Artikeln zu helfen.\n\nAmazon-CEO Andy Jassy bemerkte in einer kürzlichen Gewinnkonferenz, dass Nutzer, die mit Amazons KI-Assistenten Rufus interagieren, zu 60 % eher einen Kauf abschließen. Unterdessen haben die Einzelhandelsriesen Walmart und Target Pläne angekündigt, chatbot-basierte Shopping-Apps zu entwickeln, was ein breiteres Branchenengagement für die Integration von KI in die Verbraucher-Einkaufsreise signalisiert. Während sich KI weiterentwickelt, experimentieren US-Händler mit verschiedenen Ansätzen, um sicherzustellen, dass ihre Angebote in KI-gesteuerten Einkaufserlebnissen prominent vertreten sind, in Erwartung einer Zukunft, in der KI-Agenten zur primären Schnittstelle für Verbraucher werden.