Bürokratie belastet deutsche Online-Händler stark
Anzeigenöffentlicht: April 16, 2026 at 12:38 PM
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Neun von zehn Online-Händlern in Deutschland berichten laut einer neuen Umfrage des deutschen Einzelhandelsverbandes Händlerbund, dass bürokratische Verfahren ihre Geschäftstätigkeit stark oder sehr stark belasten. Mehr als die Hälfte der Befragten beschreibt die Belastung als sehr stark, während weitere 33 Prozent sie als stark und wiederkehrend einstufen. Nur ein kleiner Teil betrachtet die Einschränkungen als moderat oder gering, keiner berichtet von keinerlei bürokratischen Problemen.\n\nDie wichtigsten Quellen administrativer Belastung sind Vorschriften zur Produktsicherheit und zur Verpackung, mit denen sich 76 Prozent der Einzelhändler schwer tun. Datenschutz und die Einhaltung der DSGVO rangieren als drittwichtigste Herausforderung, die von 54 Prozent der Händler genannt wird. Auch Nachhaltigkeits- und Berichtspflichten belasten eine Mehrheit, was darauf hinweist, dass das Problem weniger aus einer einzelnen Regel als vielmehr aus der schieren Anzahl und Komplexität paralleler Verpflichtungen resultiert.\n\nOnlinehändler News, das redaktionelle Organ des Händlerbundes, charakterisiert diese Prozesse als strukturelle Hindernisse für Effizienz, Wachstum und Innovation im gesamten Sektor. Unternehmer verwenden erhebliche Zeit für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, wodurch ihre Flexibilität eingeschränkt wird. Ohne konkrete Vereinfachungen drohen kleinere Akteure im hart umkämpften Markt einen gravierenden Wettbewerbsnachteil zu erleiden, wo Amazon.de bereits 60 Prozent des Online-Umsatzes ausmacht.\n\nUm diesen Druck abzubauen, fordern 77 Prozent der Online-Händler klarere und praktikablere Gesetze, während zwei Drittel weniger häufige gesetzgeberische Änderungen wünschen. Zudem verlangen 62 Prozent vereinfachte Formulare und Verfahren. Der Verband warnt, dass eine Nichtbeachtung dieser Probleme die Marktkonzentration zugunsten großer Plattformen beschleunigen könnte.
Wichtige Erkenntnisse
Die Umfrage bestätigt, dass regulatorische Komplexität für die Mehrheit deutscher Online-Händler eine strukturelle Barriere darstellt, wobei nahezu 90 Prozent erhebliche administrative Belastungen angeben.
Dieses Umfeld trifft kleinere Unternehmen überproportional und könnte die Marktkonzentration zugunsten dominanter Plattformen wie Amazon.de weiter beschleunigen.
Obwohl die Gesetzgeber möglicherweise auf Forderungen nach klareren Regeln und selteneren Änderungen reagieren, bleibt die unmittelbare Wirkung ohne konkrete politische Maßnahmen unsicher.
Fortgesetzter Druck könnte die Handlungsfähigkeit lokaler KMU im Vergleich zu größeren Konkurrenten weiter einschränken.