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Chinas jüngste Empfehlung an seine Bürger, nicht nach Japan zu reisen, zusammen mit dem Importstopp für japanische Meeresfrüchte, hat ernsthafte Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf Japans Wirtschaft ausgelöst. Diese doppelte Maßnahme erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt für die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi, die auf ihre Wirtschaftspolitik setzt, um das Wachstum zu stärken. Unternehmen, die direkt mit dem Tourismus verbunden sind, wie Harumiya – das Fahrgastschiffe in der Bucht von Tokio und am Sumida-Fluss betreibt – spüren bereits die Auswirkungen. Nach der chinesischen Reisewarnung musste Harumiya Stornierungen von drei chinesischen Gruppen mit insgesamt etwa 240 Personen hinnehmen, was an einem einzigen Tag einen geschätzten Verlust von 3 Millionen Yen verursachte.\n\nTourismuszahlen verdeutlichen das Ausmaß des potenziellen Schadens. Von Januar bis Oktober besuchten rund 8,2 Millionen chinesische Touristen Japan, was einem Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Chinesische Besucher bilden die größte Gruppe unter den ausländischen Touristen und machen 23 % des Gesamtanteils aus, wobei ihre Ausgaben bis September 1,64 Billionen Yen erreichten, etwa ein Fünftel aller Reiseausgaben. Laut Takahide Kiuchi, einem Ökonomen des Nomura Research Institute, könnte die chinesische Reisewarnung der japanischen Wirtschaft im nächsten Jahr Kosten in Höhe von 1,79 Billionen Yen verursachen, mit Folgewirkungen auf Beschäftigung und Löhne in den inländischen Reisesektoren.\n\nDie Fischereiindustrie kämpft ebenfalls mit den Auswirkungen der chinesischen Importbeschränkungen für japanische Meeresfrüchte, einem Verbot, das ursprünglich im August 2023 nach der Einleitung behandelter Abwässer aus dem Kernkraftwerk Fukushima in den Pazifik verhängt wurde. Obwohl das Verbot kurzzeitig aufgehoben wurde, schmerzt die jüngste Wiedereinführung weiterhin. Im Jahr 2022 beliefen sich die Meeresfrüchteexporte nach China auf 87,1 Milliarden Yen, was etwa 20 % der gesamten japanischen Meeresfrüchteexporte entspricht. Viele Jakobsmuschelproduzenten haben sich jedoch angepasst, indem sie neue Märkte in Südostasien, darunter Vietnam und Thailand, erschlossen, was den Schlag abmildern könnte. Dennoch bleibt der riesige chinesische Markt für Japans exportgetriebenes Wachstum essenziell.\n\nJapan und China pflegen starke wirtschaftliche Beziehungen, mit bedeutenden bilateralen Handelsvolumina. Im Jahr 2024 beliefen sich Japans Exporte nach China auf etwa 18,86 Billionen Yen, während die Importe aus China rund 25,31 Billionen Yen betrugen. China bleibt Japans größter Handelspartner und macht etwa 20 % des gesamten japanischen Handelswerts von 219 Billionen Yen aus. Die gegenseitige Abhängigkeit bedeutet, dass anhaltende Handelsstörungen beiden Volkswirtschaften schaden könnten. Analysten befürchten unterdessen, dass China den Druck durch Einschränkungen bei Seltenen Erden für Japan verschärfen könnte, ähnlich wie bei früheren Taktiken im Zusammenhang mit Territorialstreitigkeiten in Okinawa.\n\nExperten warnen, dass die derzeitigen wirtschaftlichen Auswirkungen hauptsächlich im Tourismus und in der Fischerei spürbar sind, aber ein Risiko für breitere Folgen besteht, falls die diplomatischen Gespräche ins Stocken geraten. Die Reduzierung von Japans Abhängigkeit vom Handel mit China wird als langfristiges Ziel empfohlen, doch eine solche Verschiebung wäre kurzfristig herausfordernd. Die Regierung setzt sich weiterhin für die Lockerung der Beschränkungen und die Wiedereröffnung der Handelskanäle ein, was die Dringlichkeit einer Lösung signalisiert. Für den Moment bereitet sich Japans Wirtschaft darauf vor, wie sich diese diplomatische Spannung entwickeln und verschiedene Sektoren in den kommenden Monaten beeinflussen könnte.