Inhalt
Ein UPS-Frachtflugzeug stürzte kurz nach dem Start vom Muhammad Ali International Airport in Louisville, Kentucky ab, als sich sein linkes Triebwerk löste und ein massives Feuer auslöste. Der Absturz ereignete sich nur 30 Fuß über dem Boden und führte tragischerweise zum Tod aller drei Besatzungsmitglieder sowie elf weiterer Personen am Boden. Dieses katastrophale Ereignis veranlasste die Federal Aviation Administration (FAA), alle MD-11-Flugzeuge sowie die letzten 10 noch im Betrieb befindlichen DC-10 zu landen. Derzeit sind 109 MD-11 im Einsatz, hauptsächlich bei den Frachtgiganten UPS, FedEx und Western Global, und ihre Zukunft steht nun auf dem Spiel, da Reparaturkosten und Sicherheitsbedenken genau geprüft werden.\n\nErmittler entdeckten Risse in Bauteilen, die für die Befestigung des hinteren Teils des Triebwerks am Flügel entscheidend sind, was an einen ähnlichen Absturz der American Airlines im Jahr 1979 erinnert, bei dem 273 Menschen ums Leben kamen. Bei diesem früheren Unfall löste sich ein Triebwerk nach dem Start in Chicago, was zur weltweiten Landung der DC-10 führte, dem Vorgängermodell der MD-11. Der frühere Absturz wurde jedoch letztlich auf Wartungsfehler und nicht auf einen grundlegenden Konstruktionsfehler zurückgeführt. Ob sich die Triebwerkslösung diesmal auf ein Konstruktionsproblem in der gesamten MD-11-Flotte zurückführen lässt oder ob sie einzigartig für dieses Flugzeug war, bleibt abzuwarten.\n\nDie MD-11, 1984 von McDonnell Douglas als fortschrittliches Dreimotorenflugzeug mit größerer Reichweite und höherer Kapazität als die DC-10 eingeführt, erfüllte nie ganz die Erwartungen. Obwohl einst beliebt, wurde sie von wirtschaftlicheren Zweimotorenmodellen von Boeing und Airbus überholt, die seitdem den Luftraum dominieren. Es wurden nur 200 MD-11 gebaut, und die meisten wurden aus dem Passagierdienst zurückgezogen. Der letzte kommerzielle Passagierflug der KLM fand 2014 statt. Derzeit machen MD-11 etwa 9 % der UPS-Flotte, 4 % der FedEx-Flotte aus, und Western Global betreibt 16 davon.\n\nMary Schiavo, ehemalige Inspector General des US-Verkehrsministeriums, schlug vor, dass die Reparatur dieser alternden Flugzeuge möglicherweise nicht lohnenswert sei, insbesondere da moderne Flugzeuge bessere Sicherheit und Effizienz bieten. Doch angesichts eines Rückstaus bei neuen Flugzeugbestellungen, der zu Verzögerungen führt, könnten Frachtunternehmen zögern, die MD-11-Flotte zu schnell auszumustern. Der Luftfahrtjournalist Wolfgang Borgmann wies darauf hin, dass das Alter eines Flugzeugs nicht der einzige Faktor sei; ordnungsgemäße Wartung spiele eine große Rolle bei der Verlängerung der Lebensdauer. Er nannte die B-52-Bomber, die Jahrzehnte nach ihrer Einführung noch fliegen, als Beispiel für Langlebigkeit durch Pflege.\n\nDas National Transportation Safety Board (NTSB) untersucht die Wartungshistorie des abgestürzten UPS-Flugzeugs eingehend. Die letzte umfassende Triebwerksinspektion fand 2021 statt, und eine kürzlich durchgeführte erweiterte Wartungsprüfung beinhaltete keine solche Inspektion. Das Flugzeug war erst nach etwa 7.000 weiteren Flügen für eine weitere gründliche Triebwerksprüfung vorgesehen. Boeing, das McDonnell Douglas 1997 übernommen hat, arbeitet mit der FAA und dem NTSB zusammen, um die Situation zu bewerten und über notwendige regulatorische Maßnahmen zu entscheiden. Sowohl die MD-11 als auch die DC-10 weisen historisch höhere Unfallraten im Vergleich zu anderen Verkehrsflugzeugen auf, was den Druck auf Behörden und Betreiber erhöht, die Sicherheit zu gewährleisten.\n\nNach diesem Absturz steht die Luftfahrtindustrie vor schwierigen Fragen zur Zukunft der MD-11-Flotte. Die Landeverfügung der FAA und die vorgeschriebenen Inspektionen signalisieren ernste Bedenken, doch die endgültige Entscheidung, ob diese Flugzeuge wieder in Betrieb genommen werden, hängt von den Ergebnissen bezüglich ihrer strukturellen Integrität und Wartungsqualität ab. In der Zwischenzeit müssen Fluggesellschaften und Frachtunternehmen die Kosten und Vorteile abwägen, diese alternden Flugzeuge weiter zu betreiben, gegenüber den Herausforderungen, neuere, zuverlässigere Modelle zu beschaffen.