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Das Hostel in Laos, das im Zentrum eines tragischen Methanolvergiftungsfalls steht, bereitet sich still darauf vor, fast ein Jahr nach der Katastrophe, bei der sechs Menschen ums Leben kamen, darunter zwei junge Australierinnen, wieder zu öffnen. Im November 2024 erlebte Vang Vieng, eine Stadt, die für ihre Backpacker-Atmosphäre und Flussaktivitäten bekannt ist, eine schreckliche Episode, als mindestens 11 Touristen nach dem Konsum von kontaminiertem Alkohol schwer erkrankten. Leider starben Holly Morton-Bowles und Bianca Jones, beide 19 Jahre alt und Australierinnen, nachdem sie per Lufttransport in ein Krankenhaus in Thailand gebracht wurden. Ihre Familien haben sich gegenüber der ABC geäußert und berichtet, wie ihre Trauer noch immer tief sitzt und wie der scheinbare Mangel an Gerechtigkeit ihren Schmerz nur verstärkt hat.\n\nNeben Holly und Bianca verloren vier weitere Reisende bei dem Vorfall ihr Leben: Simone White aus Großbritannien, der Amerikaner James Louis Hutson sowie die Däninnen Anne-Sofie Orkild Coyman und Freka Vennervald Sorensen. Alle hatten im Nana Backpackers Hostel übernachtet, dem Ort, der zum Zentrum der Krise wurde. Zunächst drückte die Regierung von Laos tiefes Bedauern aus und versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sie schlossen das Hostel und brachten Schilder an, die besagten, dass es geschlossen bleiben würde, bis das Problem gelöst sei. Doch der Besitzer bestritt, dass das Methanol aus seiner Bar stamme, und die Mitarbeiter wurden schließlich ohne Anklage freigelassen. Nun, ein Jahr später, scheint der Fall ins Stocken geraten zu sein, ohne klare Antworten oder Verantwortlichkeiten.\n\nDas Leben in Vang Vieng geht trotz der Tragödie weiter. Die Touristensaison hat wieder begonnen, obwohl die Stadt ruhiger als üblich wirkt. Einige Backpacker trieben auf inneren Reifen den Nam Song Fluss entlang, doch das Nana Hostel selbst blieb geschlossen, der Hof war mit Renovierungsmaterialien vollgestellt. Das Schließungsschild ist verschwunden, und Nachbarn berichten, dass Arbeiten zur Renovierung des Gebäudes im Gange sind. Auf Nachfrage erwähnte ein Hostel-Mitarbeiter Pläne, bis Ende des Monats unter neuem Namen wieder zu öffnen, beendete das Gespräch jedoch schnell. Diese mögliche Wiedereröffnung ist für die Familien von Holly und Bianca sehr belastend, die der laotischen Polizei „entsetzliche“ Gleichgültigkeit vorwerfen.\n\nDie Eltern sagen, dass es keine Fortschritte bei der Untersuchung der sechs Todesfälle gibt. Shaun Bowles sagte: „Wir haben nichts gesehen, absolut nichts. Es fühlt sich an, als wäre die ganze Sache unter den Teppich gekehrt worden.“ Anfang dieses Jahres empfahlen die laotischen Behörden Anklagen gegen 13 Personen, die mit der Vergiftung in Verbindung stehen, doch Berichte deuten darauf hin, dass die Polizei einige Mitarbeiter zur Flucht aus der Region gedrängt hat. Mark Jones, Biancas Vater, sagte: „Die Polizei hat den Mitarbeitern im Nana gesagt, sie sollen die Stadt verlassen.“ Die Verzweiflung der Familien nach Gerechtigkeit wächst, während sie auf Antworten warten. Unterdessen hat die Regierung von Laos weitere Unterstützung durch die australische Bundespolizei abgelehnt.\n\nDie australische Außenministerin Penny Wong äußerte ihr Bedauern darüber, dass Holly und Bianca „immer noch bei uns sein sollten“ und betonte, dass ihre Familien Gerechtigkeit verdienen und volle Verantwortlichkeit erwarten. Dennoch fühlt sich die Familie Bowles von ihrer eigenen Regierung übersehen und sieht sie als „letzte Rettung“. Als Reaktion auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken gab Smart Traveller Warnungen für Australier heraus, die Laos besuchen, und riet zu Vorsicht, insbesondere bei Spirituosen. Die laotischen Behörden haben Tiger Vodka und Tiger Whisky verboten und Gesundheitsrisiken angeführt; Australier werden dringend aufgefordert, diese Produkte nicht zu konsumieren.\n\nEinige Familien fordern stärkere Maßnahmen, einschließlich wirtschaftlicher Boykotte. Biancas Mutter schlug vor, dass Australier kein Geld mehr in Laos ausgeben sollten, bis jemand zur Verantwortung gezogen wird. Ihre Haltung spiegelt die Frustration und den Herzschmerz vieler wider, die in dieser Tragödie geliebte Menschen verloren haben, die weiterhin ungelöst und tief schmerzhaft ist.