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Blockchain, Kryptowährung, Ethereum, NFTs, DAOs, Smart Contracts und web3 sind heutzutage Schlagworte, die kaum zu vermeiden sind. Aber trotz des ganzen Hypes ist es immer noch ziemlich schwer, genau zu erfassen, was all diese Begriffe praktisch bedeuten. Außerdem ist die Diskussion über web3 sehr polarisierend. Die Leute scheinen unter Druck zu stehen, sich für eine Seite zu entscheiden – entweder man ist für sie oder gegen sie – und wenn man sich nicht entschieden hat, nehmen die Leute an, man sei heimlich auf der anderen Seite. Max Read hat darauf hingewiesen, dass die sogenannte "web3-Debatte" nicht nur ein Argument ist, sondern tatsächlich zwei getrennte. Erstens, kann Blockchain-Technologie tatsächlich Dinge tun, die bestehende Technik nicht kann, oder sie besser und effizienter machen? Und zweitens, wird Blockchain das Rückgrat des Internets der Zukunft bilden und mächtige neue Unternehmen und Organisationen schaffen, die dieser Technologie nativ sind? Ich stimme Max zu, dass hier sowohl eine technische als auch eine geschäftliche/kulturelle Frage verwoben sind.\n\nJeden Tag berichten Schlagzeilen von Millionen, die durch Betrügereien verloren gehen, und gleichzeitig investieren viele Menschen große Summen in neue Unternehmungen. Die web3-Welt ist voller Extreme – große Gewinne und massive Verluste. Daher ist es hilfreich, sich vom täglichen Lärm zurückzuziehen und die Kernphilosophien zu betrachten, die die gesamte Bewegung antreiben.\n\nEin großes Thema ist Dezentralisierung. Blockchain-Technologie ist von Natur aus verteilt, was diejenigen anspricht, die von der Dominanz einiger weniger großer Webdienste wie Facebook oder YouTube frustriert sind, die ehrlich gesagt Schaden verursacht haben. Sicher, das Internet wurde von Anfang an als dezentrales Netzwerk gebaut, aber wir sind abhängig von zentralisierten Diensten geworden, um das Web einfach und bequem nutzbar zu machen. Selbst bei web3 schleicht sich Zentralisierung wieder ein: Dienste wie Coinbase für den Kryptohandel, OpenSea für NFTs und MetaMask als Krypto-Wallet werden zu den neuen Giganten. Zentralisierung ist für die meisten Menschen einfach bequemer.\n\nVielleicht ist Dezentralisierung also doch nicht das Geheimrezept. Stattdessen scheint Eigentum gerade das heiße Thema zu sein. NFTs haben viel Aufmerksamkeit als Mittel zur Eigentumsanspruch erregt, aber Untersuchungen deuten darauf hin, dass der NFT-Markt stark aufgebläht ist, mit einem kleinen Prozentsatz von Händlern, die den Großteil des Volumens antreiben, oft durch Wash Sales, um Preise künstlich zu erhöhen. Anstatt sich auf die Mängel des Marktes zu konzentrieren, ist es interessanter, Eigentum im Sinne von Zuschreibung und Urheberrechten zu betrachten.\n\nNFTs bringen eine neue Wendung, indem sie es ermöglichen, dass bei jedem Weiterverkauf Tantiemen an die ursprünglichen Schöpfer gezahlt werden. Diese Idee ist ziemlich kraftvoll – Tantiemen sollten nicht nur Prominenten zugutekommen, sondern auch alltäglichen Schöpfern. Denk mal darüber nach: Im aktuellen Web ist es einfach, die Worte oder Werke anderer ohne angemessene Anerkennung zu kopieren. Während Plattformen wie Twitter und Tumblr durch Retweets und Reblogs zur Zuschreibung ermutigen, sind dies breite Werkzeuge und garantieren keine faire oder präzise Anerkennung.\n\nWas wirklich cool wäre, ist ein System, das es Menschen erlaubt, nur kleine Teile eines Beitrags – wie ein paar Absätze – mit Quellenangabe zurück zur Originalquelle zu zitieren, mit automatischen Benachrichtigungen, damit Schöpfer wissen, wann ihre Arbeit referenziert wird. Diese Art von technologiegestützter Zuschreibung geht über die übliche Copy-Paste-Kultur hinaus und könnte Schöpfern helfen, die Kontrolle über ihre Inhalte zurückzugewinnen. Dennoch funktioniert jedes Tool nur, wenn es einen echten Grund gibt, es zu nutzen, was bedeutet, dass Anreize und Nutzergewohnheiten eine große Rolle spielen.\n\nAlles in allem geht es bei web3 nicht nur um auffällige Technik oder aufgeblähte Märkte; es geht darum, neu zu überdenken, wie wir Dezentralisierung, Eigentum und Zuschreibung in einer digitalen Welt handhaben, die zunehmend komplex und zentralisiert wird. Es gibt sowohl Versprechen als auch Fallstricke, und wie sich alles entwickelt, hängt von der Technik, der Kultur darum herum und davon ab, wie Menschen sich engagieren.